Biberschutz in Deutschland?

Bis vor ein paar Jahren schien es so, als würde der Biber (lat. Castor fiber) ganz von der Erde verschwinden. Er wurde systematisch ausgerottet, bis es um die Jahrhundertwende nur noch wenige Hundert Tiere weltweit gab. Doch mittlerweile gibt es allein in Deutschland beinahe wieder 6.000 Biber, sodass ihre Rettung erst einmal feststeht. Damit es aber auch so bleibt, braucht es einen komplexen Biberschutz in Deutschland und allen angrenzenden Gebieten.

So sieht es derzeit für den Biber in Deutschland aus

Durch Um- und Wiederansiedlungsversuche, aber auch einige noch übrig gebliebene einheimische Tiere, gibt es die meisten Biber derzeit im Elbe-Havel-Gebiet, im deutsch-polnischen Oderraum und im Donausystem zwischen Ulm und Bratislava. Diese drei Populationen bilden in Mitteleuropa quasi das Rückgrat des Bibers und wachsen langsam aber stetig zusammen. Erfolgreich wieder angesiedelt wurde der Biber aber auch im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet, zwischen Schaffhausen und ­Lauffenburg, am elsässisch-lothringischen Restrhein, in der Nordeifel sowie im hessisch-bayerischen Spessart. Es ist zu erwarten, dass alle bisher noch bestehenden Verbreitungslücken, in nicht allzu ferner Zukunft geschlossen werden und dies durch ganz natürliche Ausbreitung.

Nicht mehr die Verbreitung, sondern der Schutz des Bibers muss im Vordergrund stehen

Konkret bleibt festzuhalten, dass das Aussterben des Bibers gestoppt, seine Verbreitung in Gang gesetzt wurde und das Hauptaugenmerk nun auf den Biberschutz gelegt werden muss. Ganz oben auf der Liste steht dabei, geeignete Lebensräume (die zurzeit noch Mangelware sind) zu schaffen, Schadensprophylaxe zu betreiben, Fließgewässerrenaturierungsprojekte in Angriff zu nehmen und die Lebenssituation des Bibers zu stabilisieren und zu verbessern. Damit der Biber nicht eines Tages wieder verfolgt und letztendlich doch noch ausgerottet wird, muss die naturschutzgemäße Entwicklung der Gewässersysteme bereits jetzt erfolgen, und nicht erst dann, wenn die ersten Probleme auftreten. Dies sollte aber nicht, wie bisher, im Geheimen geschehen, sondern unter Einbeziehung der Öffentlichkeit.